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Filterkaffee – ein Klassiker kommt zurück

Wer erinnert sich nicht an das wohlbekannte Röcheln, wenn er wahlweise vor dem Frühstück oder zum Kaffeetrinken endlich durchgelaufen war? Anschließend wurde er serviert, entweder in der stylishen Porzellan- oder in der minimalistischen Thermoskanne. Die Rede ist natürlich vom guten alten Filterkaffee.

In den letzten Jahren wurde das berühmte Röcheln, das wirklich jede – zumindest mir bekannte – Kaffeemaschine ausstößt, allerdings von den Mahlgeräuschen der Kaffeevollautomaten verdrängt. Mehr und mehr ließ diese die Filterkaffeemaschinen, egal ob zuhause oder im Büro sowie in der Werkstatt, Vergangenheit werden. Dazu kamen die Kapselmaschinen, die Kaffeegenuss auf Knopfdruck versprachen. Doch still und heimlich feiert der Filterkaffee in den letzten Jahren sein Comeback. Glaubt man der Statistik, dann wurden im Jahr 2018 190 Millionen Kilogramm davon verkauft (Quelle: gastroinfoportal.de)

 

Geschmack gewinnt eben doch – was für den klassischen Filterkaffee spricht

Natürlich gibt es sehr viele Argumente, die gegen einen Kaffeevollautomaten (Kosten!) oder eine Kapselmaschine (Umwelt!) sprechen. Das gewichtigste davon ist aber mit Sicherheit der Kaffeegeschmack. Filterkaffee schmeckt, zumindest in den meisten Fällen, einfach besser. Ihm fehlen beispielsweise die Bitterkeit und der hohe Anteil an Säure, die man von den Kaffeevollautomaten kennt – außer man trinkt natürlich Latte Macchiato oder Cappuccino, die sowieso hauptsächlich aus Milch bestehen. Kaffee, der gefiltert wurde, ist meist bekömmlicher und ist geschmacklich weicher. Er schmeckt, wie er sollte: nach Kaffee. Das kommt daher, dass der Filterungsprozess die Aromen des Kaffees besser hervortreten lässt.

 

Frenchpress, Porzellanfilter oder Filterkaffeemaschine

Möchte man stil- und geschmacksgerecht zuhause seinen Filterkaffee zubereiten, der „Pour Over“ genannt wird, dem empfiehlt sich die Anschaffung eines Porzellan- beziehungsweise Handfilters, in den dann der Kaffeefilter aus Spezialpapier eingebracht wird. Dort hinein gibt man die entsprechende Menge Kaffeepulver (dazu später mehr) und übergießt diese dann nach und nach mit dem an die Menge angepasstem heißen Wasser, bis der Kaffee durchgelaufen ist. Wem das zu lange dauert, kann sich natürlich auch mit einer „oldschool“ Filterkaffeemaschine behelfen.

Ebenso einfach lässt sich der Kaffee mit einer French Press (Pressstempelkanne) zubereiten. Bei dieser Zubereitungsart gibt man das Kaffeepulver in die French Press Kanne und übergießt das Pulver mit heißem Wasser. Das Pulver-Wassergemisch sollte etwa drei bis vier Minuten ziehen. Anschließend langsam den Stempel herunterdrücken und den Kaffee genießen.

Der Vorteil der beiden Zubereitungsarten: Sie sind bekömmlicher und es schmeckt einfach besser, weil weniger Bitterstoffe in den Kaffee gelangen.

Es kommt mit Sicherheit nicht von ungefähr, dass hippe Bars den „altbackenen“ Filterkaffee für sich entdeckt haben. Dort heißt er „fresh brewed Coffee“.

Natürlich haben Kaffeevollautomaten, Kapselkaffee- und selbst die Padmaschinen durchaus ihre Daseinsberechtigung, gerade dann, wenn es mal schnell gehen soll oder wenn man Latte Macchiato oder Cappuccino bevorzugt.

 

Weitere Zubereitungsarten von Filterkaffee

Neben den oben genannten Arten gibt es noch folgende

 

Chemex

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Kaffee-Karaffe, die von einem deutschen Ingenieur entwickelt wurde. Da hier spezielle Kaffeefilter zum Einsatz kommen, gilt Chemex gefilterter Kaffee als besonders rein.

 

Karlsbader Kanne

Bei der Karlsbader Kanne handelt es sich um eine Kaffeekanne mit integriertem Porzellanfilter. Die kleine Schwester ist die Bayreuther Kanne. Durch den Porzellanfilter sollen die Aromastoffe besser in den Kaffee gelangen.

 

Moccamaster

Rein optisch ist eine Moccamaster mit einer normalen Kaffeemaschine vergleichbar. Er verfügt allerdings über mehr technische Raffinessen, wodurch der perfekte Kaffeegenuss entstehen soll.

 

So gelingt der „perfekte“ Filterkaffee

Entscheidend für den Geschmack des Kaffees sind die Kaffeebohnen. Diese sollten schonend bei niedriger Hitze und langsam geröstet sein. Dabei handelt es sich normalerweise um Arabica Bohnen. Wer es perfekt haben möchte, der sollte seinen Kaffee stets frisch mahlen. Gute elektrische Kaffeemühlen gibt es schon für relativ kleines Geld. Wer es aber richtig „echt“ haben möchte, der kann seine Bohnen natürlich auch per Hand mahlen. Der beste Mahlgrad ist übrigens der mittlere. Das Wasser für den Kaffee sollte nicht heißer als 86 Grad bis 96 Grad sein. Bei dieser Temperatur verbinden sich die Öle der Kaffeebohnen optimal.

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